MEHRSPRACHIGKEIT UND TRANSLANGUAGING IM DEUTSCHUNTERRICHT Analyse der sprachlichen Interaktion von Schülerinnen und Schülern der Jahrgangsstufe 9.
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Diese Studie untersucht, wie mehrsprachige Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 9 im Deutschunterricht Schwedisch und Deutsch nutzen und welche Funktionen diese Sprachen im Lernprozess erfüllen. Im Fokus steht Translanguaging, also der flexible Einsatz des gesamten sprachlichen Repertoires im Unterricht. Die Datenerhebung erfolgte durch Unterrichtsbeobachtungen, eine Audioaufnahme einer Gruppe von drei Lernenden sowie ein ergänzendes Interview mit der Lehrkraft. Insgesamt wurden zwei Unterrichtsstunden qualitativ analysiert, wobei die sprachliche Interaktion während der Gruppenarbeit besonders betrachtet wurde. Die Ergebnisse zeigen, dass die Lernenden flexibel zwischen Schwedisch und Deutsch wechseln. Schwedisch dient vor allem dazu, den Arbeitsprozess zu planen, die Zusammenarbeit zu organisieren und Verständnisprobleme zu klären, während Deutsch hauptsächlich für die Formulierung und Präsentation von Dialogen genutzt wird. Sprachwechsel werden häufig von den Lernenden selbst initiiert, insbesondere in kooperativen Situationen oder bei sprachlichen Unsicherheiten. Die Studie verdeutlicht, dass mehrsprachige Praktiken den Lernprozess aktiv unterstützen, indem sie kognitive und kommunikative Funktionen erfüllen. Gleichzeitig wird das Potenzial weiterer Sprachen kaum genutzt. Ein gezielter Einsatz von Translanguaging kann die Lernprozesse im Fremdsprachenunterricht zusätzlich fördern und die Lernenden dazu befähigen, ihre sprachlichen Ressourcen aktiv einzusetzen. Die Ergebnisse unterstreichen die Bedeutung eines bewussten Umgangs mit Mehrsprachigkeit für die Unterrichtspraxis.